Spanische Wand, Paravent, Raumteiler und Sichtschutz von Japanwelt Eine spanische Wand, auch als Paravent oder japanischer Wandschirm bezeichnet, diente ursprünglich als reine Raumaufteilung. Die spanische Wand besteht aus mehreren Teilen. Hierbei handelt es sich um auf Füßen stehende Holzrahmen, die sogenannten Leporellos, die mit Scharnieren miteinander verbunden werden. Das macht die spanische Wand platzsparend und vielseitig einsetzbar. Viele modern ausgerichtete Innenarchitekten und Designer wählen die spanische Wand als Stilmittel, einer Inneneinrichtung eine besondere Note zu verleihen. In Japan wurde die spanische Wand oder auch der japanische Wandschirm für die unterschiedlichsten Gelegenheiten und Gebrauchsmöglichkeiten entwickelt. Eine spanische Wand wurde zum Beispiel als Windschutz im Terrassen- und Gartenbereich eingesetzt. Für solche Gelegenheiten wurde der Paravent überwiegend mit Bambusmatten bespannt. Eine spanische Wand mit Bambus oder sehr schmalen Edelholzleisten diente aber auch zur perfekten Raumteilung und zum Sichtschutz. Da japanische Häuser meist nur aus einem großen Raum bestanden, fand die spanische Wand vielseitige Verwendung. So konnte mit so einem Paravent ein Teil des Hauses abgetrennt und als Schlafraum genutzt werden. Eine spanische Wand diente auch zur Abteilung für Teile des Hauses, der ausschließlich den Frauen vorbehalten war. In der japanischen Wohnkultur ist die Wahrung der Privatsphäre etwas sehr Wichtiges. Die spanische Wand wird in Schlafräumen eingesetzt, um die Menschen beim Umkleiden vor den Blicken der anderen Familienmitglieder zu schützen. Daraus hat sich in Europa, besonders in Edelboutiquen der Gebrauch einer spanischen Wand als Ersatz für eine Umkleidekabine entwickelt und auch in Arztpraxen findet die spanische Wand, meist einteilig, heute noch Verwendung. So haben sich im Laufe der Jahrhunderte aus der ursprünglichen Idee einer spanischen Wand als Windschutz, wie sie im alten China gebräuchlich war, die unterschiedlichsten Variationen und Nutzungsformen herausgebildet. Die einzelnen Elemente der spanischen Wand können unterschiedlich groß sein. Eine spanische Wand lässt sich von beiden Seiten bewegen und leicht zusammenlegen oder aufstellen. Als die spanische Wand ihren Erfolgszug nach Europa antrat, wurde sie vor allem an Königs- und Fürstenhöfen eingesetzt. Mit wertvollen Stoffen wie Seide oder Brokat bespannt, diente die spanische Wand als Raumteiler, Abschirmung und als Kunstobjekt. Woher der Ursprungsbegriff „spanische Wand“ stammt, ist nicht überliefert. Die gebräuchlicher Bezeichnung ist das Wort Paravent, das dem Französischen entstammt. Tatsache ist aber, dass die spanische Wand sich nicht nur als Gebrauchsgegenstand, sondern auch als künstlerisches Objekt bewährt hat. Mit Papier oder Stoff bespannt diente die spanische Wand zur Bemalung und Beschriftung. Weiße Seide zierte eine spanische Wand bei japanischen Hochzeiten oder zu Geburtsfeierlichkeiten. Kalligraphische Schriftzüge drückten Wünsche aus und Bilder mit Darstellungen aus Flora und Fauna machten die spanische Wand zu einem wichtigen Dekorationselement. Damit hat die japanische Wohnkultur einmal mehr bewiesen, dass praktische Dinge durchaus künstlerisch wertvoll gestaltet werden können. Eine spanische Wand in den eigenen Räumen zu haben und damit auch die individuelle Gestaltung des Wohnraumes durch Versetzen der spanischen Wand immer wieder neu gestalten zu können, bietet abwechslungsreiche und stilvolle Einrichtungsmöglichkeiten.
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