Gute Nachrichten für Bauherren: Ein Eigenheim zu finanzieren belastet eine Familie nur noch rund halb so stark wie vor zehn Jahren. Dies haben die Bausparkassen errechnet. Es ist zwar kein Geheimnis, dass die Zinsen in den letzten zehn Jahren gesunken sind. Aber in der Diskussion über Wohlstand und Lebenshaltung spielt dieser Trend kaum eine Rolle. Hier dominieren Themen wie Verteilung, Preissteigerung oder die Höhe der künftigen Renten. Dabei ist die eigene Immobilie für die meisten Deutschen die wichtigste Anschaffung ihres Lebens und die entsprechende Lastschrift der Bank die größte monatliche Ausgabe. Wenn es hier eine spürbare Erleichterung gibt, hat das also einen sehr großen Effekt auf den persönlichen Wohlstand. Vielleicht wird deswegen so wenig darüber gesprochen, weil fast jedem schneller auffällt, was schlechter wird als was besser wird. Die Sache hat freilich eine Kehrseite: Nicht nur die Kreditzinsen sind niedrig, sondern auch die Kapitalmarktrenditen. Wer für seine private Altersvorsorge spart, muss daher entsprechend mehr zur Seite legen. Und künftig reicht es nicht mehr, im Alter mietfrei zu wohnen. Der durchschnittliche Arbeitnehmer muss zusätzlich freies Vermögen aufbauen, um die Löcher in seiner staatlichen Rente zu stopfen. Viele Leute, vor allem Familien mit kleineren Einkommen, sparen aber ohnehin zu wenig. Ein Problem außerdem: Wer zur Miete wohnt, spürt kaum Entlastung durch die niedrigen Zinsen. Gerade an der Bevölkerungsgruppe, die wenig Einkommen zur Verfügung hat, geht der Entlastungseffekt also weitgehend vorbei. Auf der anderen Seite gilt: Wer ganz altmodisch darauf setzt, später mit Mieteineinnahmen die Altersvorsorge aufzubessern, hat heute gute Chancen.
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